Archiv des Autors: malteloos

Das Frühjahrs Karateseminar

Ihr Lieben,

geschafft…alle sind wohlbehalten durchs Seminar gekommen und sicher auf den Weg nach Hause gebracht. Wir hinterlassen ein paar Dellen im Studioboden, den wir mit Fäusten und Füßen traktiert haben, fast wie einander und uns selbst. Als Ergebnis sind wir wohlig desorientiert und unsere Existenz ist reibungsfrei gelöst. Wir bewegen uns geschmeidig wie Katzen, wenn wir nicht humpeln, und greifen unsere Gegner mit unerbittlicher Dynamik an, wenn wir nicht erschöpft am Boden liegen.

Wir haben auch im Hagel ungerührt weiter meditiert (ich dachte von Anfang an, dass es keine gute Idee war, an dem Morgen raus zu gehen…). und unsere innere Wärme hat uns vor allen kalten Winden bewahrt. Ein paar hundert Tritte aus Knien, ein paar Mal vor und zurück springen, schon flatterten wir gelöst um unsere Gegner herum und ruhten in uns selbst.

Mit entspannter Zuversicht begegnen wir dem weiteren Trainingsjahr.

Stillen Gruß,

Malte

 

Beschreibung 2016

 

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Übungszeiten Dienstag

Für manche ist es besser, für manche schlechter, auf jeden Fall aber neu: Dienstags fangen wir jetzt immer eine halbe Stunde später an. Der Kues geht jetzt von 19:45 bis 21:15 Uhr.  Vor uns liegt ein anderer Kurs, dem wir etwas Zeit einräumen müssen.

Die sind aber um halb acht fertig, so dass wir dann schon Zugang zum Urbanraum haben und um viertel vor acht wirklich anfangen können.

Der Unterschied ist also nicht so groß.

Lieben Gruß,

Malte

Buchbinder – Übungen mit dem Unwahren

Das Leben gibt einem immer noch die besten Übungsmöglichkeiten. Erinnert Ihr Euch noch an die Familienkutsche, die ich für das Seminar gemietet hatte? Bei Rückgabe war da auf einmal ein kleiner Lackkratzer drin. Wer weiss wie der da rein gekommen ist, ich hatte ihn nicht gesehen…und dann hiess es naja kein Problem, wird schon nicht so groß sein der Schaden…und das heisst, sie wollen nur … 365€ dafür.

Ruhe bewahren..an nichts denken, auch wenn man Opfer gerissener Abzocke wird…Schade, ich dachte wir könnten da jetzt häufiger hin…wir brauchen ja häufig was ..aber das wird wohl nicht mehr… reine Wegelagerei…

Und dabei an nichts zu denken ist schon ne bsondere Aufgabe…;)

Lieben Gruß,

Malte

Weihnachten und Neujahr

Ihr Lieben,
letzten Samstag hatten wir unseren Jahresabschluss, End- und Höhepunkt des Jahres zugleich. Er sorgte für einige der intensivsten Wahrnehmungen und Erfahrungen des ganzen Jahres. Die schaumige Leichtheit GIannis‘ Zuccinipuffer,  herzhafte Linsenpasta und köstliche Bruschettasauce auf der Mozzarella berührten unsere Seelen tief. Der wilde Broccoli mit Polenta hat uns geerdet, Calamari und Lachs verfeinert. Profiterole und neapolitanische Ricottateigwaren sorgten für reflektive Stille.
So hemmungslos zugeschlagen haben wir schon lang nicht mehr (Im Karateunterricht sollten wir uns ein Beispiel daran nehmen.).  Am Ende, im Versuch sich nach Hause zu schleppen, schien die Existenz eines Hängebauchschweins plastisch nah.
Ausserdem hat Jan jetzt den braunen Gurt, Andrea einen gelben mit Orangestreifen und Rolf einen gelben Streifen auf dem Gürtel – Glückwunsch an alle!
Jetzt ist erstmal weihnachtliche Ruhe. Wir fangen wieder an zu üben ab dem 13. Januar. Das Einstandstraining ist für den 24. Januar vorgesehen, die ersten Stunden der Stille für den 8. Februar, Karate gibts am letzten Aprilwochenende.
Bis im nächsten Jahr einen lieben Gruß an alle, mit leichter Wehmut gewürzt an Christoph, der sich verabschieden gekommen ist, um in Dresden für das Gute zu kämpfen.

Einen guten Rutsch Euch allen,
Malte

 

 

Anbei ein Bild unserer Helden (Helden verschwitzt, Beistehende nicht).

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Kein Training vom 25.-27. September – Spirit Berlin

Vom Donnerstag den 25.  bis Samstag den 27. September finden wegen des Karateseminars keine Gruppenkurse statt.

Wer mit der ungewohnten freien Zeit etwas anzufangen sucht, kann ins Kino gehen. Dort läuft diese Woche ein Dokumentarfilm, Spirit Berlin, über das spirituelle Leben in Berlin an, in dem wir auch vorkommen. Filmaufnahmen sind schon fast drei Jahre her, aber es dauert halt, bis man in die Kinos kommt.

Viel Vergnügen dabei!

 

Malte

 

 

 

 

 

Tun, Nichtstun und Leere im Karate

Tun, Sein und Nichtstun – vom geistigen Loslassen im Karate

Menschliche Präsenz unterliegt einem scheinbaren Paradox, denn sie steht ihrem eigenen Potential im Weg. Jede konkrete Ausformung menschlicher Existenz, ganz gleich ob geistig oder körperlich, ob Tun oder Sein, verdichtet unseren Lebensraum. Verdichtung verengt aber notwendig und presst uns zusammen. Darum erstarrt jedes substantielle Dasein und trägt Ausdörrung und Unfruchtbarkeit in sich. Den Zwiespalt, dass jedes fassbare Sein oder Tun in sich Verdunkelung und Leblosigkeit trägt und somit unausweichlich auf uns lasten muss, kann man nicht aufheben. Er ist eine Grundkonstante menschlichen Lebens.

Was man durch Training aber ändern kann, ist das Ausmass von Verzerrung und Verlust, das eine Konkretisierung des eigenen Potentials mit sich bringt. Je reiner die Konkretisierung, desto weniger nimmt sie von unserer Existenz in Anspruch. Je weniger Verwirrung und Ausschuß in ihr, desto weniger wirft sie Schatten und desto weniger bindet sie Leben und Fruchtbarkeit.

Zulassen, innere Wahrheit und Wandlung

Unser Potential sich ohne unnötigen Verlust formen zu lassen, verlangt uns grosse, geistige Anstrengung ab. Um ein konkret gewordenes Sein lebendig zu lassen, müssen wir im Tun so wenig wie möglich Potential auslöschen und es so weit wie möglich spontan wirken lassen.

Jenseits unseres kontrollierten Zugriffs wirken lassen, widerstrebt aber auf den ersten Blick dem Begriff des Tuns. Es läuft auch genau zuwider tief in uns verwurzelten Instinkten, eben möglichst Herr von allem zu sein und es kontrollieren zu wollen. Wenn wir diesem Instinkt nachgeben, verwenden wir aber zum einen viel Energie auf die innere Kontrolle und zum anderen schliessen wir intuitive Wirkungen höherer Ordnung, die unser Potential bereithält, deren Eintreten wir aber eben nicht vorhersagen oder mit bewusster Anstrengung identifizieren können, aus.

Die innere Ordnung zum Beispiel, in der der Körper in einer Karatetechnik maximal unsere Energie durchgehen und wirken lässt, nimmt er eben am besten selber an. Wenn wir sie lassen können, lassen sich alle Fasern und Körperteile genau auf dem Platz nieder, auf den sie gehören, um sich und der Bewegung nicht im Wege zu stehen und diese, aber auch nur diese zu befördern.

Leer werden und innere Wurzeln

Das heisst aber nicht dass wir gar nichts tun. Dies schliesst sich zum einen schon per Definition aus. Wo nichts ist, ist jedenfalls solange man noch kein Buddha ist, auch nichts. Körper und Willenskraft  müssen immer einen Rahmen für die Bewegung vorgeben.

Je kleiner und ruhiger dieser aber ist, umso besser. Je weniger an uns zerrt und drückt, in geistiger wie in körperlicher Hinsicht, desto leichter fällt es der inneren Belebtheit zu wirken. Wenn wir ihr einen Raum bieten, der frei ist von Verzerrung und Streben, nimmt sie ihren richtigen Platz ein und führt uns weit über das hinaus, was wir mit bewusster Gewalt erreichen oder uns gar vorstellen könnten.

Der eigentliche Übungsinhalt des Karate ist also, einen inneren Raum zu schaffen, in dem die unkontrollierte, körperliche und geistige Intuition sich ausrichten kann auf unser anvisiertes Tun, welches sie dann von selbst ausgestaltet. Diese Art der Beruhigung tritt aber nur ein, wenn wir Unruhe und Verzerrung als Ausdruck erstarrten Seins ansehen und bereit sind,  sie vergehen lassen. Man lässt einen Teil seines bekannten, starr gewordenen Seins los, ohne dafür etwas zu bekommen. Im Loslassen akzeptiert man innere Leere. Nur die Verbindung zu den Wurzeln bleibt bestehen. Durch sie kann das Lebenspotential ungehindert strömen und uns in der richtigen Weise beleben.

Die geistige Voraussetzung des Karate ist also etwas paradox. Man visiert etwas an, wie z.B. eine Technik ausführen, aber nur mit einem kleinen Teil des Seins. Man verabschiedet sich zugleich von großen Teilen des eigenen Seins, um an dessen Stelle von selbst sich ordnende innere Hilfe treten zu lassen. Das Nebeneinander von ordnendem Rahmen und innerer Entleerung ist zunächst verwirrend. Je weniger äusseren Rahmen wir brauchen, also je weniger Aktivitätsentfaltung, desto weiter kann das Potential Wirkung entfalten. Im Idealfall kann man Potential ohne äussere Handlung wirken lassen.

Körperlichkeit und Leere

In der Körperlichkeit des Karate macht sich innere Unruhe und Spannung, die uns zerstreut und das innere Potential in die Irre leitet, leicht sichtbar. Sie drückt uns, drängt uns aus dem Zentrum und verformt uns. Mit ein wenig Aufmerksamkeit lassen Fehlstellungen und Blockaden sich leicht identifizieren und äusserlich korrigieren. Das allein macht aber noch kein Karate aus. Erst wenn wir die Verzerrung als unnötige Willensäusserung deuten und von ihr als solche Abschied nehmen und und bereit sind, innere Leere ihren Platz einnehmen zu lassen, geben wir dem Inneren Raum, an ihre Stellung eine sich selbst ordnende Form zu setzen, die an der Technik mitwirkt.

Leere annehmen und das Potential wirken lassen funktioniert nur, wenn es ohne Berechnung geschieht. Die Vollständigkeit des Gehen Lassens und damit die Wirksamkeit der inneren Entleerung, wird sofort eingeschränkt, wenn wir im Hinterkopf mit ihr rechnen und auf eine höhere Leistung hoffen.

Karate und innere Wahrheit

Unser ungestört wirkendes Potential ist der reinste Ausdruck unserer Selbst. Darum ist innere Wahrheit die stärkste Kraft in uns und Karate richtig verstanden ein Weg zu sich selbst.

Trainingszeiten am 6. Juni

Hallo,

morgen nutzen wir das schöne Wetter um in der Hasenheide zu üben. Und zwar:

stille Übungen von 8 Uhr bis 9:30, Treffpunkt direkt unter den Eichen in der Hasenheide.

Karate von 12- 14:30 Uhr. Treffpunkt um 12 am Studio, dann gehen wir gemeinsam hinüber.

Bis dahin lieben Gruß!

Malte