Autorität gewinnen gegenüber dem, was scheinbar über uns kommt.
Eine wichtige Form der Selbsthypnose ist die von Sein und Tun. Ob wir etwas erleben als etwas, das geschieht, oder als etwas, das wir tun, macht einen großen Unterschied auf seine innere Wirkung aus.
Von beidem gibt es ressourcenreiche und belastete Varianten. Entscheidungsgewalt kann viel zu einer stimmigen inneren Ordnung beitragen, die löst und Sicherheit bietet. Auf der anderen Seite erneuert gerade die Magie des unerklärlichen Auftauchens unsere Welt und erschliesst logisch unzugängliche Räume. Wenn wir das nicht zulassen können, können wir nicht träumen und erstarren.
Umgekehrt aber scheint es häufig, als ob Gedanken und Emotionen einfach über uns kommen und wir ihnen ausgesetzt sind. Wut, Angst oder Schmerz können uns überwältigen, ohne zu fragen, ob sie das dürfen.
Hier setzt eine kraftvolle Selbstsuggestion an, die ein Symptom nicht als ein Erleiden, sondern als ein kompetentes Tun mit einem aus heutiger Sicht vielleicht nur eingeschränkt sichtbaren, aber würdigen Ziel konstruiert. Wir richten also den inneren Fokus darauf, dass wir zumindest in Teilen mit Macht ein Ziel verfolgen, für das wir offensichtlich auch bereit sind, einen großen Preis im Hier und Jetzt zu zahlen.
Dies verändert die Beziehung zum Symptom massiv, denn was wir tun können, können wir, wenn es stimmig ist, auch bleiben lassen.
Im diesem Themenkurs üben wir darum, die Welt nicht als ein hilfloses Erleiden, sondern als ein kompetentes Tun mit einem würdigen, wenn auch in vieler Hinsicht kostenreichem Ziel anzusehen. Über dieses Tun lernen wir, unwillkürlich und willkürlich Entscheidungen zu fällen.
Dies enthält eine sprachliche Seite. Wir üben, Perspektiven zu gewinnen, die ein Symptom als ein Tun charakterisieren. Damit die Reorientierung der Perspektive Wirkung zeigt und nicht nur eine freundliche, (oder verkrampfte) Sprachfigur bleibt, muss sie aber in einen stimmigen, inneren Raum eingebettet werden.
Die Ambivalenz von Tun und Sein ist eine der zentralen Achsen des Tai Chi. Wir trainieren, das Innere so auszurichten, dass es das Unbestimmbare zwischen den beiden Möglichkeiten für normal hält und beide Seiten einer Medaille sieht.
Teilnehmer sind eingeladen, Beispiele zur Bearbeitung einzubringen. Arbeitsblätter und Literatur stützen die Übungen ab.
